Đavolja varoš (Die Teufelsstadt)
Serbien [ENA] Im Süden von Serbien, nahe der Grenze zum Kosovo, liegt die auf serbisch genannte Đavolja varoš, was übersetzt so viel wie "Teufelsstadt" heisst. Hier findet man eine Ansammlung von über Zweihundert jeweils zwischen zwei und fünfzehn Meter hohen faszinierenden Erdpyramiden.
Von der Stadt Kuršumlija aus, folgt man der E-80 in Richtung Kosovo, immer dem Fluss Kosanica entlang. Nach ca. 20 Kilometer kommt eine Abzweigung nach links in ein weiteres Tal hinein. Hier geht es nun auf teilweise recht engen Straßen mit scharfen Abzweigungen noch knapp 10 Kilometer leicht bergauf bis man am Ende den Parkplatz der Teufelsstadt erreicht. Langsam und vorsichtig fahren ist hier angesagt, denn die einheimischen Touristenbusse fahren teilweise als wäre der Teufel hinter ihnen her.
Durch einen sehr spartanisches Holztor gelangt man zu einer kleinen Hütte an der man die Eintrittskarten löst, welche zum Zeitpunkt dieses Berichts bei umgerechnet günstigen 3,00 Euro lagen. Am Beginn des Weges begrüßen einen dann erst einmal zwei moderne weiße Skulpturen die wenn man diese genauer betrachtet dann doch sehr freizügig gestaltet wurden und auf den ein oder anderen vielleicht sogar etwas verstörend wirken könnten.
Nun führt der Weg hinein in den Wald und bereits nach wenigen Minuten stößt man auf eine Art kleinem Skulpturpark mit hageren schwarzen Figuren, die im Wald verteilt wurden. Nicht spektakulär, aber es lockert den Weg zum eigentlichen Ziel noch einmal etwas auf. Entlang des roten Baches dann ein Hinweisschild auf eine ehemalige Mine die sich im 13. Jahrhundert hier befand.
Kurz darauf stößt man dann auch schon auf die beiden Quellen, welche in rötlicher Farbe aus dem Boden sprudeln. Die Eine davon liefert kaltes Wasser mit einem pH-Wert von 1,5. Der Mineralienanteil dieses Wassers ist bis zu 1000 mal so hoch wie bei normalem Trinkwasser. Die Andere genannt "Roter Brunnen" ist mit einem pH-Wert von 3,5 etwas weniger sauer. Aber Achtung, trinken sollte man das Wasser auf keinen Fall.
Als nächstes folgt eine Abzweigung an der man entweder links zum Devils Gully geht oder gerade aus zur St. Petkas Kirche, aber da es ab hier zu einem Rundweg wird, ist es im Prinzip völlig egal in welche Richtung man weiter geht. Was mich hier an dieser Abzweigung sehr geärgert hat ist, dass die "lieben" Besucher hier schon wieder meinen ihren persönlichen Stil in den Park bringen zu müssen und die inzwischen ja fast überall zu findenden Steinhaufen bauen zu müssen. Sieht ja ganz nett aus, aber es gehört nun mal einfach nicht hier her.
Folgt man nun also dem geraden Weg, führen Treppen hinauf zu der Kirche des heiligen St. Petka. Diese ist ein Ort für viele Pilger und religiöse Menschen, da die Kraft des Heiligen die Besucher von ihren Krankheiten befreien soll. So soll es kranken Menschen helfen, wenn sie ein Tuch oder einen Schal an einen Baum in der Nähe der Kapelle festbinden. Wenn dieses dann nach spätestens einer Woche begraben wird, verschwindet die belastende Krankheit.
Einige weitere Stufen führen nun hinauf zu dem eigentlichen Höhepunkt des Parks, denn von hier hat man nun von verschiedenen Plattformen aus den Blick auf die mysteriösen und anmutenden Felsen mit den Steinen an den Spitzen, welche aussehen, als hätte sie irgend jemand dort einfach so abgelegt. So ranken sich viele Mythen und Aberglaube um diese ganz besonderen Felsformationen.
Eine der Legenden besagt, dass es sich bei den Felsformationen um versteinerte Geschwister handelt, die heiraten wollten. Was den Teufel so sehr erzürnte, dass er diese mit der Verwandlung in Steine bestrafte. Eine andere ebenfalls sehr verbreitete Geschichte handelt von einer Hexe. Welche die Bewohnern der Umgebung die ihre Schulden bei der Hexe nicht begleichen konnten in diese Felsstatuen verwandelte.
Nun was auch immer der Grund für die Entstehung dieser Formationen ist, der Besuch hier ist definitiv eine Reise wert und man sollte sich auch genügend Zeit nehmen um die Natur und das Drumherum in vollen Zügen genießen zu können. Ich werde sicher wenn sich eine Gelegenheit ergibt noch einmal dort vorbei schauen.




















































