Dienstag, 17.07.2018 23:22 Uhr

Verlässt Niko Kovac die Eintracht schon vorzeitig?

Verantwortlicher Autor: Sven Wiese Frankfurt, 21.04.2018, 18:41 Uhr
Presse-Ressort von: Sven Wiese / Mighty Images Bericht 3919x gelesen
Niko Kovac, Eintracht Frankfurt
Niko Kovac, Eintracht Frankfurt  Bild: Eintracht Frankfurt PK

Frankfurt [ENA] Manche nennen es unglückliche Umstände. Andere einen von Ungereimtheiten gespickten Plan, Medien und Fans an der Nase herumführen zu können. Fakt ist, dass Niko Kovac als Trainer die Frankfurter Eintracht zum Saisonende Richtung München verlassen wird, um Jupp Heynckes beim FC Bayern zu beerben.

Ob die angegebenen Zeiten von Niko Kovac und dem FC Bayern über die erstmalige Kontaktaufnahme stimmen oder nicht, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedoch wird wohl keiner glauben, dass der FC Bayern seit der Absage von Trainer Thomas Tuchel am 23.03.18 untätig gewesen ist und nicht schon etwas in die Wege geleitet hat. Dafür spricht auch, dass Karl-Heinz Rummenigge Ende März verkündet hat, dass er von einer Präsentation eines neuen Coaches bis zum Ende April ausgeht und für die Münchener ist es sicherlich früher als später sinnvoll, dieses auch zu tun.

Dass es zu einem Treffen auf der Geburtstagsfeier von Hoeneß‘ kroatischem Chauffeur gekommen ist, mag ja noch stimmen. Dass diese Feier aber als erste und zufällige Kontaktaufnahme herhalten soll, ist schlicht und ergreifend unglaubwürdig. Ebenso ist es natürlich legitim nach Höherem zu streben und sich mit Gedanken über eine Arbeit bei einem europäischen Spitzenklub auseinanderzusetzen, wie es Niko Kovac nach seinen Angaben getan hat. Sich dafür eine Austiegsklausel in den Vertrag setzen zu lassen ist nachvollziehbar und zulässig. Aber dass dann mit einem Anruf alle Vertragsumstände etc. geklärt sein sollen, nimmt den Herren kaum jemand ab. Da natürlich alle auch ihre Kontakte zu den Medien haben, ist die Bombe vorzeitig geplatzt.

Fredi Bobic, Sportvorstand Eintracht Frankfurt, hat die Vorgehensweise der Bayern als ‚respektlos‘ betitelt, weil er vom Verein nicht kontaktiert wurde. Niko Kovac wollte das lt. dem bayrischen Sportdirektor Hasan Salihamidzic selbst erledigen, doch bevor es soweit kam, war die Meldung schon in allen einschlägigen Medien zu verfolgen. Die Bayern haben sich lt. Salihamidzic völlig korrekt verhalten und hätten nur eine Klausel in Kovac’s Vertrag ausgenutzt. Nur ist auch allgemein bekannt, dass der FC Bayern nicht immer Sachen sauber über die Bühne bringt. Fredi Bobic und Hasan Salihamidzic haben am vergangenen Montag ihren Zwist beim einem Frühstück auf der Manager-Tagung des DFB beigelegt.

Die Fans fühlen sich natürlich veralbert, denn die Treue-Schwüre mit kleinen Hintertürchen hat man nicht gern. Beim Bundesliga-Auswärtsspiel Leverkusen haben die Fans der SGE ihre Mannschaft überwältigend unterstützt, nachdem der Ärger über die Meldung etwas gesackt war. Doch sie kamen auch nicht drum rum, einen bestehenden Liedtext treffend anzupassen: „SGE, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar, Spieler kommen, Trainer gehen, scheißegal, die SGE!“

Die Frage ist, ob die SGE ihren Trainer schon vorzeitig freistellt. Die Ruhe, die man im Verein hatte, und der Fokus auf das DFB-Pokalhalbfinale gegen Schalke 04 ist auf Grund der Querelen dahin. Der Umstände geschuldet, ist auch der Weg nach Europa mit den letzten Spielen der Bundesligasaison in Gefahr. Auch wenn Niko Kovac beteuert, dass er die Saison mit der Eintracht professionell zum positiven Ende bringen will, ist es mit Sicherheit eine mentale Belastung für den gesamten Verein und das Umfeld. Man wird sehen, Stand jetzt!

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