Donnerstag, 02.04.2020 00:47 Uhr

Schuldkultritual oder Gedenken?

Verantwortlicher Autor: Gerhard-Egon Schultz München, 09.02.2020, 11:04 Uhr
Kommentar: +++ Politik +++ Bericht 4933x gelesen

München [ENA] ich spreche nur für mich und ich kann nur erinnern, was ich in meiner Vergangenheit erlebt habe. Wenn geschichtliche Ereignisse von zuständigen Funktionsträgern "erinnert" werden, besteht immer die Gefahr das solche Veranstaltungen zum strukturierten Ritual geraten. Zumal dann, wenn derartige, von oben herab verordnete Betroffenheiten zur Staatsraison gehören.

Niemand will das Geschehene Unrecht relativieren oder das Leid der Opfer in Frage stellen, aber was soll es heissen, wenn führende Politiker meinen, dass das geschehene nicht vergangen ist? Was ist gemeint, wenn neue Formen des Erinnerns gesucht werden? Welche Motive verstecken sich hinter solchen Worten? Für mich offenbart sich hier eine ekelerregende, masochistische Geisteshaltung, die neues Unrecht schafft, während sie vorgibt solches verhindern zu wollen. Ritualisiertes Gedenken und instrumentalisierte Rückschau mit den altbekannten Mimiken und Gesten ist Gefühlsduselei. Das hilft den armen Opfern nicht mehr.

Aber wahre Partnerschaft oder gar historische Freundschaft sollte frei sein von den Schatten vergangener Zeiten, denn Vergangenheit ist unabänderlich und vorbei. Jede Grimasse, jede Träne, jedes Ergriffen sein, kann durchaus unterschiedlich betrachtet werden. Besonders dann, wenn dank für mutmaßliche Heuchelei und nur schwach vernehmbare finanzielle Unterstützung für weitere Vergangenheitsbewältigungsorte in einer Rede anklingen. Wer die Verbrechen der Vergangenheit verstehen will, braucht sich doch nur die jetzigen Politiker betrachten. Edelmenschen, unbestechlich vom Scheitel bis zur Sohle. Oder nicht? ja es stimmt, Geschichte wird als Waffe benutzt. Nur heute, so scheint es mir, sind meist die Deutschen die Opfer.

Wer sich in der anerzogenen masochistischen Weltsicht eingericht hat und seine ach so aufrechte Gesinnung beständig für die Umwelt sichtbar öffentlich demonstriert, steht auf der "richtigen" Seite. Jedenfalls dann, wenn er Versöhnung als Gnade bezeichnet. " pecunia non olet ". Dieser Spruch, der Vespasian zugeschrieben wird, gilt auch heute noch. Ob das Verbundenheit vertiefen kann oder mit historischer Verantwortung gleichgesertzt werden darf, muss fraglich bleiben. Oder, um es einmal mit lessing (nathan der Weise) zu sagen " nicht alle sind frei; die ihrer Ketten spotten" und ja; niemand sollte vergessen was Geschehen kann und wenn weshalb warum!

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.